Zisterne einbauen - in 6 Schritten einfach erklärt.

Zisterneneinbau im Garten: Schritt für Schritt Anleitung.

Der Einbau einer Zisterne erfordert eine entsprechende Planung. Neben der Lage des Tanks, spielt auch die Form der Zisterne sowie das spätere Einsatzgebiet des Regenwassers eine wichtige Rolle. Unser Ratgeber erklärt Ihnen Schritt-für-Schritt alle wichtigen Vorgänge für den richtigen Einbau eines Regenwassertanks.

Zisterne einbauen mit Kleinbagger - Anleitung

28. Februar 2025

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Lesezeit: 5 min

Zisterne einbauen mit Kleinbagger - Anleitung

Punkt 1: Planung und Position der Zisterne.

Vor dem eigentlichen Einbau der Zisterne muss der richtige Standort im Garten gewählt werden. Der Einbauort muss über einen tragfähigen und ebenen Untergrund verfügen, um das Gewicht der vollen Zisterne ohne Absenkrisiko halten zu können. Auch die Nähe zum Fallrohr und kurze Wege der Anschlussrohre sollten gegeben sein, damit das Wasser keine zu lange Strecken zurücklegen muss. Der Abstand zum Haus beträgt mindestens 1,50 Meter. Der Abstand hängt jedoch auch davon ab, ob die Baugrubensohle tiefer als das Fundament des Gebäudes ist.

Als Faustregel können folgende Richtlinien herangezogen werden:

(Regenwassertank Höhe x 2) + 20 cm Kiesuntergrund; aber mindestens 1,50 bis 2 Meter.

Schauen Sie sich in jedem Fall die Einbauanleitung der Zisterne an!

Position der Zisterne planen

Vor dem Aushub den Regenwassertank an seiner zukünftige Position ablegen und die Grube abstecken. Hierbei rundum den Tank 0,5 Meter Abstand hinzurechnen. Dieser Platz wird später benötigt, um die Zisterne von allen Seiten zu verfüllen, damit diese nicht verrutschen kann. Auch die Anschlussrohre können provisorisch erstmal im Garten zurecht gelegt werden, um die spätere Verlegung zu planen.

Punkt 2: Die Baugrube ausheben.

Vor dem Graben ist zu prüfen, ob bereits unterirdische Leitungen für Strom, Gas oder Glasfaser vorhanden sind. Die Größe des Erdaushubs bzw. der Baugrube hängt von Volumen und Form der Zisterne ab. Bei kleinen Modellen kann die Baugrube mit dem Spaten eigenhändig ausgeschachtet werden. Für größere Zisternen im Garten empfiehlt sich der Einsatz eines Minibaggers.

  • Grasnarbe abziehen und für die spätere Abdeckung der Grube zur Seite legen.
  • Der eigentliche Erdaushub kann direkt verladen und entsorgt werden, da die Baugrube und Zisterne mit Kies verdichtet bzw. befüllt wird.
  • Die Einbautiefe errechnet sich aus der Höhe der Zisterne mit Domschacht, dem darunter liegenden Kiesbett und der Überdeckung der Zisterne.

Beispiel Zisternenmaße:
2,45 m x 1,45 m x 1,73 m (LxBxH)

Dann erhalten wir folgende Einbautiefe:

1,73 m + 0,3 m Erdüberdeckung + 0,15 m Kiesbett als Auflage = 2,18 m Einbauhöhe

Für die Gesamtgröße der Baugrube muss rund um den Tank noch 0,5 m Platz für die Verfüllung hinzugerechnet werden.

Als Ergebnis erhalten wir:
(0,5 m + 2,45 m + 0,5 m) x (0,5 m + 1,45 m + 0,5 m) x 2,18 m = 18,4 m³

Baugrube wird für die Zisterne vorbereitet

Beachten Sie:
Die tatsächliche Einbautiefe hängt immer von den örtlichen Begebenheiten ab.

Diese geben vor, welches Zisternen Modell (Rund- oder Flachtank) geeignet ist. Auch der Grundwasserspiegel und Gefälle fließen in die Planung ein. Soll die Zisterne bspw. in einer Hanglage eingebaut werden, muss mehr Erdreich ausgeschachtet werden für nötige Stützwände. Holen Sie sich vor der Planung und dem Einbau von Zisternen daher immer fachmännische Beratung.

  • Zusätzlich noch die schmalen Gräben für die Leitungen ausschachten. Zisternen besitzen standardmäßig 3 Anschlüsse. Wasserzulauf, Ablauf zur Kanalisation oder in eine Sickeranlage sowie den Technikanschluss für die Wasserversorgung. Die schmalen Gräben sollten so breit sein, dass jedes KG-Rohr darin problemlos mittig ausgerichtet werden kann.
  • Den Grund der Baugrube als letztes glätten und ggf. mit einem Handstampfer verdichten, bevor es im nächsten Schritt an die Anlage der Kiesschicht geht.

Punkt 3: Kiesmenge berechnen und Kiesbett anlegen.

Für einen stabilen Untergrund wird der Boden der Baugrube mit einer 15 cm hohen Kiesschicht bedeckt. Hierfür eignet sich Sand oder gewaschener Kies (rund) mit 4/16 Körnung. Genauere Infos finden Sie in der Einbauanleitung jeder Zisterne.

Das Kiesbett gut verdichten und mit einer Abziehlatte oder Wasserwaage sowohl längs als auch quer in Waage ziehen, damit die Zisterne später eben und sicher in der Grube steht.

Für die Berechnung der Gesamtmenge an Kies (zum Verfüllen der Zisterne) kann folgende Formel herangezogen werden:

Volumen = (Länge x Breite x Höhe) - Volumen der Zisterne = Gesamtvolumen in m³

Kiesbett für Zisterne wird angelegt

Beachten Sie:
Die Kiesmenge beim Erwerb wird immer unverdichtet in m³ angegeben. Deshalb sollte zum Gesamtvolumen noch ein Schüttverlust von ca. 20 bis 30 % hinzugerechnet werden.

Punkt 4: Zisterne in die Grube einsetzen.

Eine Kunststoffzisterne besitzt ein relativ leichtes Gewicht. Man kann sie je nach Größe sogar per Hand mit einigen Helfern in der Grube versenken. Einfacher geht es natürlich mit dem Minibagger. Bevor es an das Verdichten geht, muss die platzierte Zisterne zu 1/3 mit Wasser befüllt werden, um ein gewisses Eigengewicht zu erhalten. So setzt sich der Tank beim Einbauen besser in das Kiesbett.

Tipp: Vor dem Beginn der Verfüllung den Zisternendeckel anbringen, damit kein Dreck und Kies in den Tank gelangt.

Jetzt kann die Zisterne Schicht für Schicht mit Kies aufgefüllt werden. Die Verfüllung erfolgt in mehreren Schichten mit einer Höhe von 20 bis 30 cm. Jede Schicht muss anschließend Schritt für Schritt per Handstampfer verdichtet werden. Dieser Vorgang wird bis zu den Anschlüssen der Zisterne wiederholt.

Zisterne wird in der Baugrube verfüllt

Beachten Sie:
Ein maschinelles Verdichten mit einer Rüttelplatte ist bei Kunststoffzisternen nicht erlaubt. Die einwirkenden Kräfte würden den Behälter beschädigen.

Punkt 5: Zu- und Ablauf anbringen und Zisternenpumpe anschließen.

Nun werden die KG-Rohre in die Zisterne gesteckt. Die Anschlussrohre werden hierzu je nach Richtung und Lage zugeschnitten und mit Dichtungsringen und Gummilippen versehen. Leitungen für Zulauf und Technik sollten in jedem Fall mit einem Gefälle von 1 bis 2 % in Richtung Zisterne verlegt werden, damit das Regenwasser immer zum Tank fließt. Das Ablaufrohr kann gerade oder mit leichtem Gefälle (1%) in Richtung Kanalisation oder Sickeranlage verlegt werden.

Um das Regenwasser aus dem Tank zu fördern, benötigt man immer eine Pumpe. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten wie z.B. ein Hauswasserwerk, eine externe Gartenpumpe oder eine Tauchdruckpumpe im Regenwassertank. Jede Lösung hängt von der individuellen Regenwassernutzung des Verbrauchers ab.

Beispiel - Anschluss einer Tauchpumpe.

Nachdem die Stromleitung für die Pumpe und der Pumpenschlauch durch die Leerrohre verlegt wurden, wird der Pumpenschlauch mit einer Schlauchschelle an der Pumpe befestigt. Dann kann die Tauchpumpe in den Regenwassertank eingelassen werden.

Punkt 6: Zisterne mit Mutterboden und Rasen überdecken.

Die Zisterne wird mit dem übrigen Kies verfüllt und wieder per Hand festgestampft. Die letzten 20 bis 30 cm zur Oberkante werden mit dem ausgehobenen Mutterboden aufgefüllt. Zu guter Letzt kann ein Rollrasen oder die zurückgelegte Rasenkante vom Garten verlegt werden.

Zisterne fertig eingebaut im Rasen

Fertig! Damit ist der Einbau vollendet. Nun ist die Zisterne bereit zum Sammeln und Nutzen von Regenwasser. Das Wasser kann entweder direkt über einen Anschluss im Deckel oder über eine Wassersteckdose im Garten bezogen werden.